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Statistik

Entwicklung der Zuwanderung seit 1950

Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik Deutschland lag 1950 mit nur etwa 500.000 Ausländerinnen und Ausländern bei ca. einem Prozent.

Die weitere Aufnahme von Migranten vollzog sich in mehreren Phasen:

  • Zwischen 1955 und 1973 stieg die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer infolge der Anwerbung der sog. "Gastarbeiter" auf etwa 4 Mio. an. Bis 1973 wurden vorwiegend Arbeitskräfte aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien angeworben.
  • Danach - bis etwa 1985 - war die Zuwanderung vor allem durch den Familiennachzug zu bereits in Deutschland lebenden Ausländern geprägt. 1985 lag die Zahl der Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland bei 4,4 Mio.
  • Mit dem Fall des eisernen Vorhangs Ende der 80er Jahre setzten gleichzeitig zwei verschiedene Arten der Zuwanderung ein:
    - Asylbewerber: Lag der jährliche Asylbewerberzugang im Jahr 1987 noch bei 57.000, so stieg er in den folgenden Jahren stark an und lag im Jahr 1992 bei 438.000. Infolge der Änderung des Asylgesetzes sanken die Zahlen dann wieder und lagen ab 1998 deutlich unter 100.000 Asylbewerbern pro Jahr.

    - Aussiedler: Nachdem Deutschland bereits zwischen 1945 und 1950 als Folge des 2. Weltkrieges mehr als 12 Mio. Heimat- und sonstige Vertriebene aufgenommen hatte, kamen zwischen 1950 und 1984 pro Jahr durchschnittlich 36.000 Aussiedler und Spätaussiedler in die Bundesrepublik Deutschland.

    1987/1988 stiegen die jährlichen Zuwanderungen stark an. 1988 wanderten bereits 203.000 Spätaussiedler nach Deutschland zu, im Jahr 1990 waren es fast 400.000. Zwischen 1987 und 1999 wurden insgesamt 2,7 Mio. Spätaussiedler aufgenommen. Ab dem Jahr 2000 lagen die jährlichen Aufnahmezahlen wieder deutlich unter 100.000 Personen, mittlerweile ist das Niveau von vor 1984 erreicht.

    Diese Zuwanderungswellen sowie der weiter stattfindende Familiennachzug sorgten dafür, dass bis 1996 die Zahl der Ausländer auf 7,3 Mio. anstieg. Seit 1996 ist der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung jedoch stabil bei annähernd 9 Prozent.
  • Weitere Informationen: www.bmi.bund.de und www.bamf.de

Der Zugang von Spätaussiedlern macht deutlich, dass die Migration mit der Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer allein nicht ausreichend beschrieben ist. Zunehmend gerät daher der Begriff "Personen mit Migrationshintergrund" in das Blickfeld des Interesses. Hierzu gehören sowohl Ausländer als auch deutsche Staatsangehörige, und zwar sowohl die direkt Zugewanderten (Spätaussiedler, eingebürgerte Ausländer), als auch die nicht direkt Zugewanderten, also die in Deutschland Geborenen (Kinder von Spätaussiedlern, Ausländer in 2. und 3. Generation, in Deutschland geborene Ausländer, Kinder von Eingebürgerten, u.a.). Man kann davon ausgehen, dass von den in Deutschland lebenden Menschen annähernd jede 5. Person einen Migrationshintergrund hat.


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